Ihre Position Das Mühltal

Die Rauda an der Naupoldsmühle
Die Rauda an der Naupoldsmühle
Das Eisenberger Mühltal ist in einer waldreichen Gegend zwischen Eisenberg und Tautenhain eingebettet und erstreckt sich auf 8 km von Weissenborn nach Eisenberg Ortsteil Kursdorf.

Der Raudabach durchfließt das Mühltal, nachdem er im Hermsdorfer Kirchenholz entspringt und auf seinem Weg bis zum Mühltal die Orte Hermsdorf, Bad Klosterlausnitz und Weißenborn durchquert.

Entlang seines Weges durch das Mühltal trifft er auf 8 Mühlen und fließt auf langen Strecken direkt neben der Mühltalstrasse, die ihn viermal überquert.

Die Talsohle fällt vom Ortsausgang Weißenborn mit einer Höhe von ca. 285 m über NN bis zur Robertsmühle auf ca. 210 m ü. NN.

Der Taleinschnitt des Eisenberger Mühltales weist einen Höhenunterschied von bis zu 135 Metern zu den umliegenden Hochflächen auf.

Kurz nach dem Ausgang des Mühltales vereinigt sich der Raudabach in der Nähe der Weissenmühle mit dem von Eisenberg kommenden Malzbach, um gemeinsam zur weißen Elster zu fliessen.

Die Geschichte des Eisenberger Mühltales reicht weit zurück. Bereits in der mittleren Steinzeit (vor fast 10.000 Jahren) siedelten östlich der Naupoldsmühle auf dem Sandberg Menschen. Feuersteingeräte und Reste der Siedlung wurden Ende der 80er Jahre bei Rodungsarbeiten entdeckt

Noch älter sollen die Funde oberhalb der Meuschkensmühle am Frauenholz sein. Hier wird berichtet, dass schon in der Altsteinzeit Menschen gelebt haben sollen. In der frühen Neuzeit etablierten sich die ersten Mühlen. Die ältesten davon, sind die zum Eisenberger Zisterzienser- Nonnenkloster gehörige Robertsmühle urkundlich 1266 erwähnt, die Schössersmühle 1285, und die Pfarrmühle die 1290 erstmals erwähnt wurden. Die durchgängige Mühltalsstraße gab es zu dieser Zeit noch nicht. Alte Marktwege kreuzten das Tal in der Nähe der Mühlen. Noch heute findet man in den Wäldern die tief ausgefahrenen Spuren. Ob von Eisenberg nach Weißenborn, ins Kloster Lausnitz oder nach Tautenhain, überall hinterließen die Fuhrleute im Wald ihre Wege.

Die Mühltalstraße selbst befestigte man Anfang des 20. Jahrhunderts. Das geschah auch, weil sich die Mühlen zu Gastronomien und Waldhotels entwickelt hatten. Der Mühlenbetrieb wurde in dieser Zeit langsam eingestellt.

Auch mystisches gibt es in der waldreichen Region, die auch Holzland genannt wird. Unweit der Naupoldsmühle an einer Felswand ist ein verwittertes Gesicht eingehauen. Der Sage nach, soll hier eine Nonne aus dem Eisenberger Kloster zu Tode gekommen sein Andere Geschichten bezeichnen dieses, einer Fratze ähnliche Gesicht, auch als Heidenstein.

Nicht weit davon am Weg von der Froschmühle nach Eisenberg findet man am Waldrand einen noch recht jungen Stein. Hier stürzte am 9. Februar 1945 ein amerikanischer B-17 Bomber ab. Bis auf ein Besatzungsmitglied kamen alle ums Leben

Nur 50m weiter, ist in den Felsen die sogenannte "Essenkehrerscharre" eingearbeitet. Dieses Gerät benutzten die Essenkehrer, um in der Esse den Russ abzukratzen. Im 19. Jahrhundert stürzte sich ein solcher, weil es im Mühltal brannte und er fremd war, mit seinem Pferde zu Tode. Die Jahreszahlen sind sein Geburts- und Todesjahr

Vieles ist in den Wäldern noch zu finden. Nicht immer ist es mystisch. Im Sommer Heidel- und Brombeeren im Herbst viele Pilze. Für Freunde der Natur und Stille ein wunderschöner Platz. Man kann Tiere beobachten und die schon früher gelobte "Gute Luft" genießen. Ob zu Fuß, per Rad oder mit einem Kremser das Mühltal ist aus jeder Perspektive schön.

Alter Weißenborner Marktweg
Alter Weißenborner Marktweg
Heidenstein
Heidenstein
B-17 Bomber Absturz
B-17 Bomber Absturz
Essenkehrerscharre
Essenkehrerscharre